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25-jähriges Bühnenjubiläum in 2013

25 Jahre Igstadter Scheunentheater, das sind 43 Produktionen, ca. 200 Aufführungen und über die Jahre 140 theaterbegeisterte Menschen auf, vor und hinter der Bühne.

25 Jahre Scheunentheater, das sind auch ca. achtzehntausend Zuschauer aus Wiesbaden und dem Rhein-Main-Gebiet, darunter ein großes Stammpublikum, das mit Freude und Interesse die Entwicklung dieses Theaters begleitet. Das Igstadter Scheunentheater leistet als Theatergruppe der Ev. Kirchengemeinde Igstadt einen wichtigen Beitrag zur freien Kultur- und Jugendarbeit in Wiesbaden.

Angefangen hat alles, so erzählen Gründungsmitglieder aus dem damaligen Tanzkreis der Ev. Kirche, - unter ihnen auch der ehemalige Pfarrer Dr. Konrad Ohly -, mit der launigen Idee, ein Theaterstück aus der Schulzeit erneut aufzuführen. Nach intensiven Proben wurde 1988 das Ritterschauerdrama BLUT UND LIEBE unter großem Beifall der überwiegend heimischen Zuschauer im Gemeindezentrum des Wiesbadener Vorortes Igstadt aufgeführt. Dieses Gemeindezentrum ist die für Veranstaltungen umgebaute ehemalige Pfarrscheune.

Das Publikum war begeistert und vor allem: Es machte allen Beteiligten einen Riesenspaß. Da Erfolg stimuliert und Theaterspiel mitunter wie eine Droge wirken kann, war klar: Es soll nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben – man könnte doch eine Theatergruppe gründen. Schnell verständigte man sich über das Genre: Komödiantische Schwänke sollten das Publikum anlocken. Nach dem WAHREN JAKOB traute sich die Gruppe im nächsten Jahr bereits den Feydeau-Klassiker FLOH IM OHR zu.

Die Probenarbeiten gewannen zunehmend an Struktur und Zielorientierung, nachdem Gerrit Voges, Deutsch-lehrer und Theaterpädagoge, im Jahre 1991 die Regieaufgabe übernahm. Frei nach „Pension Schöller“ präsentierte man die VILLA SCHILLER. Die Presse vermerkt, dass man in Igstadt Pfarrer, Ortsvorsteherin und einen Stadtverordneten als veritable Schauspieler erleben könne. Mit der Kontinuität der Bühnenproduktionen musste man sich nun auch über einen Namen für die „Theatergruppe der Evangelischen Kirchengemeinde“ Gedanken machen. Zustimmung fand der mittlerweile zum Markenzeichen gewordene Name IGSTADTER SCHEUNENTHEATER. Einige Jahre später komplettierten ein ansprechendes Logo und die Domain-Adresse www.scheunentheater.de dieses Markenzeichen.  

So formte sich mehr und mehr eine Identität der Gruppe und der Anspruch an die eigene Arbeit wuchs. Es sollte professioneller werden. Zwar hatte man in erster Linie gute Unterhaltung im Blick, aber neben Ephraim Kishon, Curt Goetz und Loriot traute man sich auch Brechts KLEINBÜRGERHOCHZEIT und Molières GEORGE DANDIN zu.

Jedoch nach 10 Jahren Theaterarbeit hatten die ca. acht Akteure selbstkritisch erkannt, dass nicht nur die Gruppe, sondern auch die einzelnen Mitspieler älter wurden. Was tun? Nachdem man zunächst einige jüngere Talente zum Einstieg gewinnen konnte, geschah das keineswegs Selbstverständliche: Eine große Zahl von Jugendlichen, darunter etliche Töchter und Söhne der bisherigen Mitglieder, fand zum Scheunentheater. Der über-bordenden Energie und der großen Zahl der weiblichen und männlichen Jugendlichen zollte man bei der Stückauswahl Tribut. Nach Ausflügen ins klassische Repertoire (SOMMERNACHTSTRAUM, FAUST, LYSISTRATA) bestimmten mehr und mehr Musicalvorlagen das Programm. Dank der fachlichen Betreuung durch den Musiklehrer Richard Ewen, einer Projektband, dem Background-Chor, einer Choreografin und der immer perfekteren technischen Ausstattung wurden LINIE 1, HAIR und FAME zu wahren Rennern, bei denen gerade die jungen Akteure ihre Begeisterung mühelos auf das Publikum übertrugen.  

Ebenso mühelos gelingt es bis heute Gerrit Voges bei seiner Inszenierungs- und Regiearbeit, alle Fäden der unterschiedlichen künstlerischen Elemente zu einem Ganzen zusammenzufügen. 2011 rundete die Komödie VERLORENE LIEBESMÜH die Shakespeare-Trilogie ab, in der eine Neuinszenierung von EIN SOMMERNACHTSTRAUM (2009) und VIEL LÄRM UM NICHTS (2010) als Musiktheater präsentiert wurden. 

Mit der Neuinszenierung der LINIE 1 im Mai 2012 wurde die Beschäftigung mit Shakespeare beendet. Ein temporeiches Spiel, eine perfekte Choreografie und eine professionelle Theaterband begeisterten das Publikum.

In 2013, dem Jubiläumsjahr,  werden zwei Stücke des Dichters Heinrich von Kleist zur Aufführung gebracht: im Mai das romantische Ritterspektakel DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN und im November die Justizposse DER ZERBROCHNE KRUG

Neben diesen ‚großen Produktionen’ im Mai/Juni eines Jahres widmet sich das Scheunen-theater im Herbst eher dem Genre ‚Kleinkunst’. Kabarettistisches und Historisches werden als Eigenproduktionen konzipiert und aufgeführt - seit 2008 in bewährter Kooperation mit dem Chor und der Theater-AG der Peter-Rosegger-Grundschule in Igstadt. So fand nach den Projekten „Wilhelm Busch“, „Ein Schuss, ein Schrei, es war Karl May“, „Nachtigall trifft Rattenfänger. Ein Streifzug durch die Romantik“ und „Comedy trifft Kabarett“  auch die Aufführung im Jahr 2012 „Hello-Goodbye. Amüsantes von Kommen und Gehen“ große Beachtung - auch bei dem Kulturamt der Stadt Wiesbaden.

An einer kontinuierlichen und erfolgreichen Theaterarbeit sind viele Menschen im Hintergrund beteiligt: Ein eingespieltes Team aus den Bereichen Bühnenbau, Licht- und Tontechnik, Kostüme, Maske, Organisation, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und ein Webmaster leistet hierzu seinen Beitrag.

Mitglieder des Kirchenvorstandes freuen sich an den Aufführungstagen bei der Pausen-Bewirtung der Gäste über den regen Gedankenaustausch zu dem aktuellen Stück.

Die junge und jung gebliebene Gruppe des Scheunentheaters sorgt beständig dafür, dass auch nach 25 Jahren kein Stillstand eintritt: Jede Aufführung hat ihren eigenen Anspruch und wirkt als Gesprächsstoff weit über die Grenzen Igstadts hinaus.

Wir danken allen Beteiligten und insbesondere unserem Publikum.


Wiesbaden-Igstadt, im September 2013